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17.11.2020

Weihnachten retten

besinnen.jpgIch weiß ja nicht, wie es Dir geht: ich hatte bereits bei der Ankündigung des Lock-Downs Anfang November das leise Gefühl, das was nicht stimmt. Nein, nein, ich bin schon dabei, wenn es darum geht, die „Welle zu brechen“ und ich glaube keineswegs an so manche krude Theorie, die da rum schwirrt. Was mir das Gefühl gibt, veräppelt zu werden, ist der GRUND für den Lock-Down. Diesmal geht es nicht darum, Leben zu retten, so wie im April. Nein, diesmal geht es um etwas Größeres. 

Es geht um WEIHNACHTEN.

Führen wir uns das mal kurz vor Augen: Der Grund, warum wir uns einschränken sollen ist nicht etwa, die vielen Pflegenden und Ärzte zu entlasten, vielleicht sogar noch Menschenleben zu retten. Nein, der Grund, der jetzt angeführt wird, ist ein Fest, das wir aus Gewohnheit jedes Jahr Ende Dezember feiern und deswegen auch dieses Jahr wieder auf die gängige Art feiern müssen.

Warum? Weil es uns ein Stück unserer so viel beschworenen „Normalität“ zurück bringt? Weil wir nach diesem verrückten Jahr etwas brauchen, was uns bekannt ist? Rituale bringen Halt und stärken uns, klar. Und nach ständig erlittenem Kontrollverlust in den letzten Monaten wäre es doch wirklich ganz schön, mal etwas zu tun, was wir kennen und können.

Also, lasst uns WEIHNACHTEN RETTEN.

Ich stelle mir gerade vor, wie Weihnachten auf der Intensivstation liegt, am Beatmungsgerät. Ärzte, Schwestern und Herr Spahn daneben, alle mit besorgten Mienen. Nein, wirklich, Weihnachten DÜRFEN wir einfach nicht verlieren. Lasst uns all unsere Kräfte darauf verwenden, Weihnachten zu retten. Kommt, noch ´ne Dosis Sauerstoff, es wäre doch zu schlimm, wenn das Fest der Liebe stürbe.

Das Fest der Liebe. Warum feiern wir das denn eigentlich? Da soll vor über 2000 Jahren ein Kind – von einer Jungfrau – geboren sein, das uns das Licht der Welt zurück gebracht hat.

Lass uns das mal auseinander nehmen:

Vor 2000 Jahren.

Von einer Jungfrau.

Das Licht der Welt.

Was heißt denn das wirklich? Wer von uns hat sich denn damit mal tiefer gehend beschäftigt? Ist der Frage nachgegangen, was dieses „Licht“ denn sein soll? Hat ergründet, was eine jungfräuliche Geburt versinnbildlicht? Hat sich überlegt, wie die Menschen vor 2000 Jahren gelebt haben und was ihnen diese Geschichte bedeutet hat? Hat vielleicht sogar die Worte in sein eigenes Leben sickern lassen und sie für sich übersetzt?

Ja, schon klar, keine Zeit, wir müssen ja Geschenke kaufen und Gänse braten und dekorieren und.. und.. und… Ach, ja, uns besinnen.

Be-sinn-en.

Ich glaube, dass wir dazu aufgerufen sind: JETZT den SINN wieder zu finden. Nicht aus Gewohnheit handeln. Keine Muster ungefragt immer und immer wiederholen. Ankommen (das heißt übrigens „Advent“), still werden. Manchmal denke ich, dass dieses von oben verordnete Runterkommen nötig ist, damit es tatsächlich still wird.

Aber das juckt. Das ist anstrengend. Wir haben doch schon genug Angst wegen der Kontrollverluste in den vergangenen Monaten. Jetzt still werden? Wie soll das denn gehen? Das können wir doch gar nicht, sind es – Achtung – nicht gewohnt! Wir kennen es nur, uns mit Konsum und Veranstaltungen und Glühwein zu betäuben. Und dann kommen die Tage „zwischen den Jahren“, in denen wir dann „plötzlich“ doch nicht mehr so viel zu tun haben und merken – alle Jahre wieder – was da für ein Stress von uns abfällt. Bezeichnenderweise werden in dieser Zeit viele Menschen krank, es kommt zu Streit und Einsamkeit.

Was, wenn wir wir JETZT beginnen, still zu werden? Den Lockdown als Einladung verstehen?

Nicht mehr zwanzig Menschen auf einem proppevollen Weihnachtsmarkt treffen sondern nur noch zwei am Feuer im Garten. Plötzlich ist ein richtiges Gespräch möglich. Mit ganzen Sätzen und in angenehmer Lautstärke.

Nicht mehr durch die Stadt hetzten und bergeweise Geschenke kaufen sondern sich in aller Ruhe überlegen, was ich wirklich schenken möchte und es vielleicht sogar selbst herstellen. Plötzlich bekomme ich einen ganz neuen Zugang zu demjenigen, den ich beschenken werde.

Nicht mehr abendelang auf Weihnachtsfeiern hocken, die erst nach übermäßig viel Glühwein lustig werden und oft genug in Situationen enden, die man hinterher gern ungeschehen machen möchte. Sondern die blaue Stunde am frühen Abend genießen, aus dem Fenster schauen, mitbekommen, wie das Tageslicht verändert. Plötzlich ist still-werden möglich.

Nicht mehr jeden Tag auf die Wetter-APP schauen, wann denn endlich der erste Schnee fällt, damit dann die Ski eingepackt werden können und es ab zum ersten, offenen Lift geht. Sondern einen Spaziergang unternehmen. Egal welches Wetter, das Handy bleibt aus. Plötzlich kann ich spüren, sehen, riechen, wie sich die Natur verändert.

Nicht den zig-ten Kuchen backen müssen für eine Klassen-/ Vereinsweihnachtsfeier, sondern sich das Rezept für Omas Brödle raus suchen und die ganze Liebe mit einbacken, die auch Oma in den Teig gegeben hat. Plötzlich schmecken, was das für einen Unterschied macht.

Nicht in den Baumarkt hetzen, um die schönste Tanne zu ergattern, sondern schauen, welcher Baum vorm Fenster sich schmücken ließe. Keinen Stress mehr wegen der Nadelei. Plötzlich ist es einfach.

Und dann darf Weihnachten kommen. In der puren Essenz dessen, was es eigentlich bedeutet: die Hoffnung auf neues Leben. In unserer christlichen Tradition verkörpert durch das Baby in der Krippe. In Urzeiten gefeiert an der Wintersonnwende im Wissen, dass die Tage wieder länger werden.

Auch wir dürfen hoffen. Genau jetzt. Jetzt erst recht.

Wir müssen Weihnachten nicht retten. Weihnachten ist da. Wir sollten einen neuen Zugang finden zu diesem Fest, dass uns einlädt, uns in Liebe miteinander zu verbinden.

Aber dazu müssen wir – endlich – mal über den tieferen Sinn nachdenken und in die Essenz vordringen. In unsere eigene und in die solcher Traditionen. Müssen uns fragen, ob es nicht andere Möglichkeiten gibt, als Familienfeiern per Zoom und Gottesdienste mit Abstand.

Ich halte es nicht für klug, die alten Verhaltensweisen in die neuen Vorgaben rein zu quetschen. Das geht schief, wie beim Kofferpacken: ich will noch ein Teil und noch etwas und noch mehr einpacken und dann passt der Deckel nicht mehr. Außerdem muss ich jetzt Übergepäck bezahlen.

Lassen wir doch einiges hinter uns. Beginnen wir zu hinterfragen, was von dem, was wir bis dato „gewohnt“ waren, uns wirklich gut getan hat. Spaß gemacht hat. Sich richtig stimmig angefühlt hat. Gepasst hat. Und WARUM wir dieses Fest feiern WOLLEN (und nicht retten MÜSSEN).

Admin - 10:22 | Kommentar hinzufügen

 


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